Technik aus Strub federführend für Bauen der Zukunft

Mit überschüssiger Energie des Energieplus-Hauses wird Elektroauto betankt 

Die Unternehmensgruppe Hans Angerer hat mit dem „Energieplus-Haus in den Bergen“ ein in Deutschland einzigartiges Haus entworfen und als Modellprojekt in ihrem Bauherren-Zentrum in der Strub bei Bischofswiesen gebaut. „Für mich ist dieses Haus ein Meilenstein auf dem Weg zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen“, betont Unternehmenschef Hans Angerer. Die messtechnischen Ergebnisse aus seinem Modellprojekt sind wegweisend für das zukünftige Bauen in Deutschland.

Das Haus, entstanden durch die enge Zusammenarbeit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig und der Hans Angerer Unternehmensgruppe, ist aus zwei Gründen einzigartig in Deutschland:

Trotz der strengen Winter in den Alpen und der schwankenden Wetterlagen erzeugt es mehr Energie als es verbraucht. Die Bewohner können mit dem überschüssigen Strom ihre Elektroautos betanken und machen sich dadurch komplett unabhängig sowohl von Strom als auch von fossiler Energie. „Damit unterscheidet sich das Haus in seiner Energie-Effizienz nochmals deutlich von anderen ‚Energie Plus Häusern‘. Außerdem soll es einen entscheidenden Beitrag zur Mobilität mit Elektroautos leisten“, so Angerer.

Zweitens ist es nicht notwendig, eine futuristische Architektur zugrunde zu legen. Das „Energieplus-Haus in den Bergen“ der Unternehmensgruppe Hans Angerer lässt sich auch mit der landschaftsgeprägten, regionalen Alpen-Architektur verwirklichen.

Möglich macht das ein hochmodernes Anlagenkonzept, das an die örtlichen Gegebenheiten angepasst ist. Dazu kommen ein minimierter Strombedarf für Beleuchtung und Haushaltsgeräte. Ein dritter entscheidender Punkt ist die Dämmung. Gebaut wird eine Gebäudehülle, die besser als die eines KfW-40-Hauses ist.

Die Wände sind in Holzständerbauweise errichtet, mit einer Dämmung von 200 Millimetern zwischen den Holzständern versehen und einem zusätzlich außenliegenden Wärmedämmverbundsystem abgedichtet. Das Dach mit der ortstypischen Dachneigung von 21 Grad gen Süden wurde mit einem Aufsparren-Dämmsystem in der Dämmdicke 280 Millimeter ausgeführt und hat eine Photovoltaik-Anlage. Eine besonders gedämmte Kellerdecke und Passivhausfenster auf dem Stand der Technik sorgen ebenfalls für Luftdichte.

Außerdem wurden möglichst wärmebrückenfreie Anschlüsse konstruiert. Basis der Anlagentechnik ist eine Sole/Wasser-Wärmepumpe zur Wärmeenergieerzeugung in Kombination mit einer zentralen Lüftungsanlage. Erdsonden steuern den Einsatz der Wärmepumpe. Zur Wohnungsbeleuchtung werden dimmbare LEDs verwendet. Die Steuerung erfolgt über Präsenzmelder. Dort wo es technisch möglich ist und kostenmäßig Sinn macht, werden nachhaltige Baustoffe verwendet.

Baumeister Angerer: „Grundlage des gesamten Baukonzepts ist das in den vergangenen Jahren optimierte Konzept der Angerer Niedrigenergiehäuser GmbH. Zentraler Punkt ist die spezielle handwerkliche Vorfertigung für die Hauptbauteile Wand und Dach.“

Mit den einzelnen Gewerken des Modellhauses wurden wie immer lokale Handwerksunternehmen beauftragt, die schon sehr lange mit der Hans Angerer Niedrigenergiehäuser GmbH in einem definierten Qualitätsprozess zusammenwirken. Weiter gibt es eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Industrie zu den Themen Baustoffe und Anlagentechnik. Zum Thema Elektromobilität hat Hans Angerer eine Kooperation mit einem örtlichen Autohaus. „Ich lege großen Wert darauf, dass dieses Zukunftsprojekt sowohl den Bewohnern als auch den Betrieben unserer Region zugutekommt“, macht Angerer deutlich.

Begleitet wird das Modellprojekt „Energieplus-Haus in den Bergen“ im Rahmen des bundesdeutschen Forschungsprojekts „Effizienzhaus Plus“ im Auftrag des Bundesbauministeriums von der HTWK Leipzig und dem Fraunhofer Institut. 35 Modellhäuser wurden in dieses Forschungsprojekt aufgenommen, das Haus in der Strub ist eines davon. 

Stand: 06.03.2020 / mdp