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Schlüsselübergabe Baumeister Hans Angerer an den Direktor der CJD-Christophorusschule Obersalzberg Stefan Kantsperger
Schönau a. Königssee: (2. Juli 2011) - Der Berg hatte gerufen und viele Ehemalige und weitere Honoratioren sind nach Berchtesgaden auf das knapp 1 200 Meter hoch gelegene Dürreck gekommen.
Dort erlebten die Gäste einen gelungenen Spagat: die Feier »40 Jahre Leistungssportförderung beim CJD«, verbunden mit der Einweihung von Deutschlands höchstgelegener Doppelturnhalle.
Martin Huber mit den Akteuren vom Zirkus Azebu lockerte mit gelungenen Auftritten das umfangreiche Programm auf.

Seit dem Jahr 2002 haben Christophorusschüler 79 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften geholt. Alleine in Vancouver holten die Ehemaligen vom Berg elf Medaillen, davon fünf
Goldene. »Die CJD-Christophorusschulen bieten mit umfangreichen Fördermaßnahmen die Voraussetzungen, damit die zeit- und arbeitsintensive Doppelbelastung Sport und Schule für Nachwuchssportler
sinnvoll zu tragen ist«, sagte Schulleiter Stefan Kantsperger bei dem Festakt. Die Infrastruktur, die für eine Betreuung von Sportlern notwendig ist, sei in den letzten 40 Jahren kontinuierlich auf- und ausgebaut worden. Mit der Einweihung der neuen modernen Doppel-Turnhalle sei wiederum ein wichtiger Schritt erfolgt, so Kantsperger.
Der CJD-Schulleiter begrüßte viele Festgäste, deren Niederschreibung den Rahmen sprengen würde. So seien stellvertretend für viele Dr. Bernhard Flümann vom Bundesministerium des Inneren und
Ministerialdirigent Dr. Peter Müller vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus genannt, der nach eigenem Bekunden ab dem 1. August auch für den Sport verantwortlich zeichnen
wird und so noch mehr mit der Eliteschule des Sports zu tun haben dürfte.
Dekan Gottfried Stritar aus Traunstein und Dekan Peter Demmelmair aus der Pfarrei St. Andreas in Berchtesgaden nahmen
gemeinsam den kirchlichen Segen vor. Dabei wurde deutlich, dass der Sport zwar von großer Bedeutung ist, es dennoch Wichtigeres als Sieg oder Niederlage gibt. Das Spannende sei jedoch, dass
keiner an der Schule verloren gehen dürfe. So seien die Christophorusschulen Chancengeber für Gewinner und Verlierer, damit auch die Verlierer eine Chance bekommen. Auch dafür könne die
biblische Unterscheidung zwischen einem vergänglichen und einem unvergänglichen Siegeskranz hilfreich und entlastend sein. Olympiasiegerin Hilde Gerg (jetzt Graßl) machte wie viele andere
Sportler deutlich, wie wichtig für sie die Sportförderung am CJD war: »Anders wäre meine Laufbahn überhaupt nicht möglich gewesen«, erklärte die Königsseerin, die sich im Weiteren ein Haus für
die Athleten wünscht.

DSV-Marketingchef Stefan Krauß sprach für die Wintersportverbände und dankte den Verantwortlichen für die Unterstützung beim Bau der imposanten Sporthalle. Den
Schülerinnen und Schülern riet Krauß, die schönste Zeit im Leben zu genießen.
Landrat Georg Grabner erwähnte die Anforderungen, die an junge Menschen in der Doppelbelastung Leistungssport und
Schule gestellt werden, was in Verbindung mit Schulen wie der Christophorusschule möglich sei. Grabner lobte die Bildungseinrichtung am Berg auch dafür, dass großes Augenmerk auf die
Werteerziehung gelegt werde, was in Zeiten von Unverbindlichkeit und Orientierungslosigkeit ein ganz wichtiger Aspekt sei. Sport diene nicht nur der Freizeitgestaltung, sondern er sei auch gut
für die Gesundheit, er bilde den ganzen Menschen und habe positive Auswirkungen auf die Persönlichkeitsbildung.
»Kurze Wege zu den Sportstätten sind ein Kriterium für eine Eliteschule«, sagte
Bürgermeister Stefan Kurz aus Schönau am Königssee. Deshalb freute sich der Rathauschef auch über die Pläne zum Ausbau des Krautkasers am Jenner, der den Alpinen, den Snowboardern und den
Skicrossern zugute käme. Darüber hinaus seien jedoch auch die Kunsteisbahn, der Götschen und die Schanzen am Kälberstein wichtige Zentren, die es zu erhalten gelte. In einer Rückschau vergaß
Kurz nicht, den »Vätern« der Eliteschule, Helmut Weinbuch und Stefan Gauer, zu danken, die Pionierarbeit geleistet haben.

Als einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung und im Ausbau der CJD-Eliteschule des Sports betrachtet Hans-Wolf Freiherr von Schleinitz die neue imposante Doppelturnhalle. Dass man nun hinter den dritten Konzeptabschnitt einen Haken setzen könne, verdanke man vielen Freunden und Förderern aus Politik, Sport und Gesellschaft. Ein besonderes Lob sprach von Schleinitz Baumeister Hans Angerer und den ausführenden Firmen aus, die terminlich und finanziell eine Punktlandung hingelegt hätten. Mit Stolz verwies von Schleinitz auf das im letzten Jahr verliehene Zertifikat, erfolgreichste Eliteschule Deutschlands zu sein, wofür offensichtlich auch die spezielle Berglage verantwortlich sei. Der Vorstandsvorsitzende erinnerte an den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Jugenddorfwerkes, Arnold Dannenmann, der die Erziehung zur ganzheitlichen Persönlichkeit des Menschen als wichtige Prämisse gesehen hat. Jeder Mensch sei mit all seinen Stärken und Schwächen ein einmaliges Geschöpf Gottes und diese Sichtweite Dannenmanns gelte noch heute: »Jedem seine Chance«, so Hans-Wolf von Schleinitz. Einen aufrichtigen Dank richtete das Vorstandsmitglied an all jene, die dem CJD trotz manch neu ausgerichteter Strategien die Treue gehalten haben. Bisweilen änderte sich auch die politische Landschaft: »Gerade jetzt erleben wir mit der Strukturreform der Bundeswehr eine Standortdiskussion, die auch Berchtesgaden betrifft. Nicht auszudenken, wenn dieser wichtige Baustein der Sportfördergruppe aus dem System herausbrechen würde«, gab der Redner zu bedenken. Schleinitz richtete den Blick jedoch in eine hoffentlich gute Zukunft und rief den Sportlerinnen und Sportlern zu: »Wir sind stolz auf euch, und zwar nicht nur auf die Medaillengewinner«.Bei einer Ehemaligen-Talkrunde mit dem Leiter des Asthma-Zentrums Buchenhöhe, Toni Kaunzner, standen Monika Berwein-Schmid, Professor Karl-Heinz Frosch, Michael Uhrmann und Felix Loch den unterhaltsamen
Fragen des Moderators Rede und Antwort. Man bleibe dem Sport immer verbunden, bekundete Professor Karl-Heinz Frosch, der eine Klinik in Hamburg leitet und zu dem immer wieder Spitzensportler kommen. Frosch war in den 80er-Jahren ein hoffnungsvoller nordisch Kombinierter. Monika Berwein-Schmid erinnerte sich daran, wie sie mit mehreren anderen Sportlern am Wochenende mit einem im Wald versteckten VW immer wieder ausgebüchst seien: »Wir hatten uns allerhand Verkleidungen einfallen lassen und sind damit wahrscheinlich noch mehr aufgefallen. Aber die Lehrer haben wohl ein Auge zugedrückt«, blickte die ehemalige Spitzenrennläuferin zurück.
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