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Das neue Eigenheim - Traumhaus oder Alptraum?
Der Sachverständige Dr. Ing. Möller steht Rede und Antwort
Die eigenen vier Wände - der Traum vieler Menschen, nicht nur in Deutschland - kann zum
Alptraum werden. In der Regel ist dies die größte Investition des menschlichen Lebens
und gebaut wird normalerweise auch nur einmal. Das Abenteuer Bauen bringt für viele Menschen
große Sorgen und Ängste mit sich. Man hört in den Medien von Pfusch am Bau, von
insolventen Bauträgern und unfähigen Architekten oder Handwerkern. Das alles verunsichert.
Der Berchtesgadener Anzeiger hatte während der Bauherren-Tage am 21. und 22. Januar Gelegenheit
mit dem Bauexperten und Sachverständigen Dr. Ing. Möller, ehemals Mitarbeiter am
Fraunhofer Institut und jetzt selbständiger Gutachter und Bauberater, zu sprechen:
Herr Dr. Möller, man hört immer wieder vom Pfusch am Bau und enttäuschten Bauherren,
die Ihr ganzes Geld verloren und ein unbewohnbares Haus voller Mängel erhalten haben.
Worauf sollte man also beim privaten Hausbau besonders achten?
Dr. Möller: "Man sollte sich sehr intensiv mit der Baubeschreibung der verschiedenen Anbieter
auseinandersetzen, weil diese letztendlich den Vertragsgegenstand ausführlich beschreibt. Die
Besichtigung von Referenzgebäuden und auch das Gespräch mit den Besitzern können auf
jeden Fall hilfreich sein. Des weiteren ist auf die Detaillösung der Wärmebrücken zu
achten und in der Ausführung muss eine Qualitätskontrolle erfolgen. Dabei kommt der
Überprüfung der Luftdichte mittels Blower-Door-Messung eine große Bedeutung zu."
Welches sind die Merkmale von Energiesparhäusern, welche Energiequellen gibt es und was macht
für den privaten Hausbau Sinn?
Dr. Möller: "Grundvoraussetzung ist immer ein möglichst guter Wärmeschutz der
Hüllfläche, also Wände Dächer, Fenster. Je besser die Wärmedämmung ist,
desto weniger brauch die Heizanlage die entstehenden Wärmeverlust ausgleichen. Des weiteren
braucht man eine möglichst effizient arbeitende Heizung, allerdings muss sich jeder Bauherr zu
aller erst für den Energieträger entscheiden. Die Entscheidung ob Öl, Gas, Strom oder
nachwachsende heimische Rohstoffe genutzt werden sollen muss jeder für sich alleine treffen.
Danach kann dann der Bauunternehmer entsprechend ein individuelles Konzept erarbeiten."
Sie haben das neue Hans-Angerer-Haus mit dem Namen "Herkules" unter die Lupe genommen. Zu welchem
Resultat sind Sie gekommen?
Dr. Möller: "Das erprobte Angerer Niedrigenergiehaus wurde noch einmal in Bezug auf
Energieeinsparung gesteigert. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf die Optimierung aller
Wärmebrücken inklusive aller luftdichten Anschlüsse gelegt ohne dabei die praktische
Ausführbarkeit zu vernachlässigen. Durch den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, z. B.
durch eine Holzpelletheizung, ist es nicht nur möglich das klimaschädliche Gas CO2 einzusparen,
sondern auch die bestehenden Förderprogramme der KfW in Anspruch zu nehmen. Insgesamt eine runde
und zukunftsweisende Sache."
Vielen Dank für das Gespräch!
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