Innovativ und Ökologisch: Energiesparhäuser im Trend
Bau-Tipps und Erfahrungen von Bauherren in Berchtesgaden
Einem Haushalt in Deutschland, mit durchschnittlich 2,27 Personen, stehen laut statistischem Bundesamt
in Wiesbaden 89 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Dafür lag die Belastung für
Mieten der deutschen Haushalte im vergangenen Jahr bundesweit im Schnitt bei 21,7 Prozent des
Haushaltsnettoeinkommens. Was bedeutet, dass zur Miete wohnende Haushalte fast ein Viertel ihres Einkommens
für Mietzahlungen einplanen mussten. Da träumt wohl fast jeder Mieter von einem Eigenheim, das
einem auch als Altersabsicherung, bei den immer ungewisser werdenden Renten, eine soziale Absicherung
garantieren kann.
Doch bevor man sich an den Eigenheim-Bau wagt, sollte man sich gut informieren um keine Fehler zu machen
und unnötig tief in den Geldbeutel greifen zu müssen.
Nachgefragt bei heimischen Bauherren, die gerade ihr Eigenheim realisieren, erhält man wertvolle
Bau-Tipps aus erster Hand. Man erfährt wie es ihnen so ergangen ist und welche Erfahrungen sie gemacht
haben.
Bärbel und Martin Frick zum Beispiel bauen seit Mai 2004 in Schönau a. Königssee, in der
Untersteiner Straße ihr Einfamilienhaus. Vorher wohnte die vierköpfige Familie zur Miete. Jetzt
sollen die zwölfjährige Ramona und der vierjährige Tobias ihre Wunsch-Zimmer im eigenen Haus
bekommen. Schon Ende Oktober werden die Vier einziehen, doch dazwischen lag viel Eigenleistung am Bau.
Für den Postbeamten und die gelernte Arzthelferin war nicht von Anfang an selbstverständlich, dass
man sich mit eigenen handwerklichen Arbeiten viel Geld beim Hausbau sparen kann.
Martin Frick erinnert sich: "Mit das Wichtigste, neben dem dass uns das Haus gefällt, war uns ein
garantierter Festpreis." So entschied sich Familie Frick nach verschiedenen Überlegungen für
ein Niedrigenergiehaus in Holzrahmenbauweise.
Bärbel Frick ist überzeugt: "Wegen der umfangreichen Eigenleistung ist diese moderne Bauweise
für uns optimal. Da kann man einfach viel mehr selbst machen als bei einem Ziegelhaus."
Das Ehepaar baute sich ihr Haus dann fast komplett zu zweit aus. Da wurde vom Bitumen aufbringen und
Wärmeschutzplatten beim Keller anbringen bis zum Fußboden verlegen alles von den "Nicht-Handwerkern"
gemeinsam erledigt. Der Bauherr, der so etwas vorher noch nie gemacht hatte, erzählt begeistert: "Wir
haben den Innenausbau zu zweit gemacht, nur wir beide. Sonst hat uns niemand geholfen, außer den Fachleuten
der Firma Angerer, die uns eben vorher alles gezeigt und uns eingewiesen haben." Und Bärbel Frick
weiß noch genau wie alles begonnen hat: "Als erstes kam ein Handwerker der Baufirma zu uns und hat sich
bei uns im Keller mal angesehen was wir so an Werkzeug haben. Die fehlenden Dinge wurden uns dann zur
Verfügung gestellt. Das ist alles im Preis eingeschlossen, genauso wie das Material, das man braucht. Da
muss man dann nicht ständig zum Baumarkt oder sonst wo hinfahren um etwas zu kaufen."
Vier Monate haben die zwei nun für den Innenausbau gebraucht und unzählige Stunden auf der Baustelle
verbracht. Zwischendurch haben die Bauexperten des ausführenden Baubetriebs immer wieder nachgeschaut ob
alles richtig gemacht wird. Es wurde neues Material geliefert und der Müll abgeholt.
"Man ist schon stolz, wenn man das alles so geschafft hat und die Handwerker einen dann loben und sagen, dass
man eine saubere Arbeit gemacht hat", sagt Martin Frick. "Das ist ein tolles Gefühl und das Haus freut
einen gleich noch mehr."
Als wichtige Information für andere Häuslebauer gibt Bärbel Frick noch folgendes mit auf den
Weg: "Wertvolle Tipps, vor allem für die Innengestaltung, haben wir uns im Bauherren-Zentrum in der
Strub und im Musterhauspark in Eugendorf geholt. Es lohnt sich wirklich das vorher anzusehen."
Bereits das zweite Energiesparhaus bauen Susanne und Hans Gschoßmann derzeit in der Oberschönau.
Nach dem ersten Passivhaus im Berchtesgadener Tal, das Hans Gschoßmann gemeinsam mit seinem Bruder 1999
auf elterlichem Grund am Schwarzeck errichtete, hat er sich fünf Jahre später für einen Umzug
in die Schönau mit Neubau wieder in Ständerbauweise und mit raffinierter Haustechnik entschieden.
Der Werkzeugkonstrukteur erzählt zufrieden, dass sie mit dem Passivhaus am Schwarzeck in den letzten
fünf Jahren für 100 Quadratmeter eigene Wohnfläche und eine etwas kleinere Ferienwohnung im
Schnitt nur 45 Euro pro Monat an Heiz- und Warmwasserkosten bezahlt haben. Mit dem neuen Haus in der Schönau
soll dieser Wert sogar noch unterschritten werden.
Familie Gschoßmann hat einen genauen Bauzeitplan. Susanne Gschoßmann blickt zurück: "Am 31.
August begann Bernhard Heitauer mit dem Baugrubenaushub, elf Tage später war Wolfgang Aschauer mit dem
Dachstuhl fertig." Hans Gschoßmann ist sich sicher: "Diese Bauweise ist faszinierend und der Service ist
perfekt. Ich müsste doch total bescheuert sein wenn es anders wäre und ich würde mir nach
fünf Jahren wieder so ein Haus bauen." Der Technik-Experte aus der Ramsau baut selbst allerlei
"Schnickschnack" in sein Haus für die fünfköpfige Familie ein und ist sich sicher, dass er mit
seiner Eigenleistung in den drei Monaten bis zum Einzug an Weihnachten rund 60.000 Euro durch seine
Eigenleistung spart.
Auch Melanie und Christian Hofreiter haben in den letzten vier Monaten ihren Traum vom Eigenheim in der
Oberschönauer Straße realisiert. Gerade sind die beiden Einzelhandelskaufleute eingezogen und
freuen sich besonders dass sie jetzt mehr Platz und Ruhe haben und das eigene Haus im Gegensatz zur Mietwohnung
jetzt so gestalten können wie sie möchten. "Leicht war die Entscheidung nicht", erinnert sich die
24-jährige Melanie Hofreiter. "Alles muss eben finanzierbar sein und so hatten wir zuerst schon einen
Baugrund in Teisendorf im Auge." Die beiden haben sich neben dem Musterhauspark in Eugendorf auch von einem
heimischen Bauunternehmer aus der Strub ein Angebot machen lassen und sich schließlich für heimische
Handwerker und sogar noch für einen Baugrund in der Schönau entschieden. "Ein Traum von uns ging in
Erfüllung, wir hätten nicht gedacht, dass wir uns eine so tolle Lage in Schönau leisten können,
doch unsere Eigenleistungen haben es möglich gemacht", so Christian Hofreiter. Melanie Hofreiter hatte
auch viel beim Ausbau mitgeholfen und ist von den innovativen Bauweisen und Energiesparhäusern begeistert:
"Das wäre bei einem Massivhaus nicht möglich gewesen. Wir konnten selbst beispielsweise Platten verlegen
und dämmen. Das sind alles keine schwierigen Arbeiten, jeder kann das machen wenn es ihm gezeigt wird und
er genug Zeit hat."
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